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Die Auswirkungen der Zeitumstellung auf Diabetes

 

 

Am 25. Oktober werden unsere Uhren wieder auf Winterzeit umgestellt. 
Der neue Schlaf-Aufwach-Rhythmus kann jedoch den Biorhythmus einiger Menschen durcheinanderbringen - besonders Menschen mit Diabetes müssen neben der manuellen Zeitumstellung der Blutzuckermessgeräte, Insulinpumpen, CGM-Systeme und Apps, wie z.B. elektronische Tagebuch-Apps, ganz besonders auf ihren Blutzucker achten.

Die Körper der Menschen sind präzis abgestimmte Maschinen. Der Stoffwechsel des Menschen ist durch den Tag-/Nachtrhythmus getaktet.
Tagsüber wird unser Gehirn durch die Nahrungsaufnahme mit Energie versorgt, nachts greift der Körper jedoch auf seine Reserven zurück und versorgt das Gehirn mit Glukose.
In dieser Phase nimmt sowohl die Insulinausschüttung als auch die Insulinsensitivität ab. Gerät die innere Uhr durch die Zeitumstellung aus dem Takt, kann dies so zu einem erhöhten Blutzuckerspiegel führen.
In der Früh, wenn es Zeit ist aufzustehen, schüttet unser Körper Cortisol aus, ein Hormon, das oft in Stresssituationen freigesetzt wird.1 Die Ausschüttung von Cortisol aktiviert eine erhöhte Glukoseproduktion der Leber.
Dies sorgt dafür, dass wir genug Energie haben. Für Menschen mit Diabetes bedeutet das, dass sie eine höhere Insulindosis benötigen um den Blutzucker auszugleichen. „Optimal“ funktionierendes Cortisol folgt einem bestimmten Muster, dies wird auch durch die „Cortisolkurve“ dargestellt.2 Bei einer gesunden Kurve ist das Cortisol am Morgen hoch und nimmt im Laufe des Tages und am Abend ab. 
Bei der Zeitumstellung handelt es sich zwar oft nur um eine Stunde Unterschied, trotzdem kann diese unseren Biorhythmus durcheinanderbringen. Sobald wir einen Schlafrhythmus gewohnt sind, bei dem wir jeden Tag zur selben Zeit aufstehen und schlafen gehen, weiß unser Körper, wann er diese Hormone freisetzen muss. Die Insulindosis und auch die Einnahme der Medikamente werden darauf abgestimmt. 
Wird die Zeit jedoch umgestellt, braucht der Körper Zeit, besonders in den ersten Tagen/ Wochen nach der Umstellung, um die eigene Balance wiederzufinden. 

Veränderungen in der Funktion der inneren Uhr wurden in vielen Studien mit Stoffwechselstörungen in Verbindung gebracht. 
Weitere Studien haben gezeigt, dass die Schlafqualität und -dauer zum Beispiel bei Patienten mit Diabetes Typ-2 die Blutzuckereinstellung beeinflusst.
Ein späterer Chronotyp* kann aufgrund von Störungen des Schlafrhythmus zu einer schlechteren glykämischen Kontrolle führen. 

Auch nach der Zeitumstellung sollte man auf einen regelmäßigen Schlaf-Aufwach-Rhythmus achten und bei Müdigkeit, Konzentrationsstörungen und Verstimmungen ausreichend Bewegung wie z.B. längere Spaziergänge einlegen. Sie werden sehen, Ihr Schlaf reguliert sich dann von selbst.
Menschen mit Diabetes sollten zusätzlich darauf achten, ihre, für das tägliche Diabetes Management, notwendigen Systeme rechtzeitig umzustellen und ihre Blutzuckerwerte regelmäßig zu kontrollieren. 
So gelingt jede Umstellung etwas einfacher. 

 

*Chronotyp - Die tageszeitabhängigen Leistungshöhepunkt des Menschen werden durch seinen Chronotyp beeinflusst. Der Begriff Chronotyp wird in der Chronobiologie zur Kategorisierung von Menschen aufgrund ihrer inneren biologischen Uhr verwendet. Sie besitzen zu unterschiedlichen Zeiten ihre Schlaf- und Wachphasen bzw. ihr Leistungsmaximum.


Referenzen:
1https://neurolab.eu/infos-wissen/wissen/hormone/cortisol/    
2https://swisshealthmed.de/index.php/Cortisol_Tagesprofil.html;
 https://www.diabetesselfmanagement.com/diabetes-resources/definitions/ci...
3A. Afroz-Hossain et al., M. Dawkins et al., A. K. Myers et al., Curr Diab Rep 2019; 19(7):40; doi: 10.1007/s11892-019-1159-9

 

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