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Diabetes und Herzrhythmusstörungen 

Schnell, unregelmäßig und chaotisch – so kann sich der Herzschlag bei Herzrhythmusstörungen anfühlen. Wie es dazu kommt und welche Rolle Diabetes dabei spielen kann, erfahren Sie hier.

Wenn das Herz aus dem Takt kommt

Bei Erwachsenen gilt: 60-80 Schläge pro Minute – der regelmäßige Takt unseres Herzschlags ist für uns lebenswichtig. So kann kontinuierlich Blut in den Körper gepumpt und die Organe mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt werden. Wenn unser Herz aus diesem Takt gerät, spricht man von Herzrhythmusstörungen – eine der häufigsten Formen davon ist Vorhofflimmern.

Doch was geschieht dabei im Körper? Unser Herz besteht aus vier Hohlräumen: dem linken und rechten Vorhof und der linken und rechten Herzkammer. Bei gesunden Menschen arbeiten diese Hohlräume im Team – sie schlagen also alle im gleichen Rhythmus. Der sogenannte Sinusknoten fungiert dabei als Taktgeber: Er leitet elektrische Impulse in rhythmischen Abständen an das Herz weiter. Ist dieser Prozess gestört, kann es zu unkoordinierten elektrischen Signalen in den Vorhöfen kommen, die sich nicht mehr koordiniert zusammenziehen sondern zittern - dem Vorhofflimmern.

Diabetes – ein Risikofaktor für Vorhofflimmern

Auch wenn sich die Ursachen für Vorhofflimmern nicht immer eindeutig klären lassen, gibt es viele Risikofaktoren, die dessen Entstehung begünstigen können – einer davon: Diabetes mellitus. Der Zusammenhang zwischen Diabetes und Vorhofflimmern wurde auch in einigen Studien untersucht, die die Annahme bestätigen, dass Diabetes das Risiko auf Vorhofflimmern erhöht.1,2 Bei einer systematischen Übersichtsarbeit mit fast 1,7 Mio. Patienten konnte dafür sogar ein genauer Wert errechnet werden: So weisen Menschen mit Diabetes ein 34 % höheres Risiko auf, ein Vorhofflimmern zu entwickeln.3

Insbesondere schlecht eingestellte Blutzuckerwerte können sich negativ auf das Herz auswirken: Der hohe Anteil an Zucker im Blut kann die Entstehung von Gefäßablagerungen begünstigen, sodass die Gefäßwände verdicken. Dies kann die Arbeit des Pumporgans erschweren. Die Belastung für das Herz steigt mit der möglichen Folge auf Bluthochdruck oder Vorhofflimmern. 

Verborgenes Vorhofflimmern bei Menschen mit Diabetes

Das Tückische an Vorhofflimmern für Menschen mit Diabetes: Laut einer Studie der Forschungsgruppe des Inselspitals, Universitätsspital Bern und der Universität Bern bleibt der unregelmäßige Herzrhythmus bei ihnen oft unbemerkt. Während die meisten Patienten das Vorhofflimmern an einem unregelmäßigen und schnellen Herzschlag bemerken, blieben deutliche Symptome bei Menschen mit Diabetes häufiger aus – warum das so ist, wurde in der Studie nicht näher untersucht. So kann es passieren, dass die Herzrhythmusstörung bei Menschen mit Diabetes übersehen oder erst zu spät diagnostiziert wird, was zu Komplikationen und im schlimmsten Fall zu einem Schlaganfall führen kann. Die Wissenschaftler plädieren deshalb dazu, Menschen mit Diabetes früher und systematischer auf Vorhofflimmern zu untersuchen.4 

Neben regelmäßigen Kontrolluntersuchungen können übrigens auch eine gesunde Ernährung, Bewegung und der Verzicht auf Nikotin zur Prävention von Herzrhythmusstörungen, wie Vorhofflimmern, beitragen – und auch die Wichtigkeit eines gut eingestellten Blutzuckers zeigt sich bei der Herzgesundheit: HbA1c-Werte unter 7 % können das Risiko auf Vorhofflimmern auf das Niveau eines Menschen ohne Diabetes senken lassen.1

 

Quellen

1 Dublin S. et al.: Diabetes mellitus, glycemic control, and risk of atrial fibrillation. J Gen Intern Med. 2010 Aug;25(8):853-8. doi: 10.1007/s11606-010-1340-y. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/20405332/ [Zuletzt abgerufen am 28.01.2022]

2 Huxley RR. et al.: Type 2 diabetes, glucose homeostasis and incident atrial fibrillation: the Atherosclerosis Risk in Communities study. Heart. 2012 Jan;98(2):133-8. doi: 10.1136/heartjnl-2011-300503. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/21930722/ [Zuletzt abgerufen am 28.01.2022]

3 Tschöpe D., & Hertrampf K.: Antikoagulation bei Vorhofflimmern, Diabetes-Forum, 2017; 29 (5) Seite 19-21. https://www.diabetologie-online.de/a/schwerpunkt-antikoagulation-bei-vor... [Zuletzt abgerufen am 28.01.2022]

4 Barno A. et al.: Association of Diabetes With Atrial Fibrillation Phenotype and Cardiac and Neurological Comorbidities: Insights From the Swiss‐AF Study. Journal of the American Heart Association. 2021;10:e021800. doi: 10.1161/JAHA.121.021800. https://www.ahajournals.org/doi/10.1161/JAHA.121.021800 [Zuletzt abgerufen am: 31.01.2022]

 

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