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Nora, Insulinpumpentherapie in der Schwangerschaft

Als ich mit 14 Jahren die Diagnose „Diabetes Mellitus“ hörte,  stellte sich innerhalb weniger Augenblicke meine gesamte Welt auf den Kopf. Ich verbrachte einige Zeit im Krankenhaus und absolvierte unendlich viele Schulungen zu Ernährung, Bewegung, Blutzuckermessung, Insulindosierung etc. etc. Auch das Thema Schwangerschaft mit Diabetes wurde zu diesem Zeitpunkt besprochen – aber mal ganz ehrlich da hatte ich wirklich andere Sachen im Kopf.

Über die nächsten 20 Jahre vermied ich es darüber nachzudenken. Wozu sich über etwas Gedanken machen was komplett unrealistisch und in weiter Ferne erscheint? Wozu sich mit den „was passiert wenn“ Vorstellungen quälen wenn man noch nicht einmal sicher ist ob ein eigenes Kind zum Lebensplan dazugehört? Schließlich hatte ich nebenbei viel gehört dass den Gedanken an eine Schwangerschaft mit Diabetes unattraktiv machte  -  Fehlanlagen, Fehlgeburten, Komplikationen während und nach der Schwangerschaft, zu große Babys….die Liste war lang.

Als ich mich schließlich dazu entschied ein Kind zu bekommen war meine Angst groß.  Zum Glück ist mein Mann Arzt und konnte mich, was die gesundheitlichen Themen betraf gut unterstützen. Ich ging öfter zum Diabetologen und achtete darauf, dass mein Blutzucker bestmöglich eingestellt war. Das bedeutete für mich viel öfter zu messen, auf regelmäßige Mahlzeiten zu achten und auch wieder meine Mahlzeiten abzuwiegen um zu überprüfen ob ich die Broteinheiten der Mahlzeit auch richtig einschätzte.  Endlich war mein Blutzucker wieder richtig gut eingestellt und mein HbA1c auf dem Traumniveau von 6,2% - es gab also keinen medizinischen Grund mehr mit einer Schwangerschaft länger zu warten.

Im Herbst 2013 war ich dann schwanger und jede anstehende Mutter-Kind-Pass Untersuchung brachte die Angst mit sich, dass aufgrund des bestehenden Diabetes Mellitus mit dem  Baby etwas nicht stimmen könnte.  Durch die Hormonveränderungen wurde es zusehends auch unmöglich mit einer FIT –Therapie den kontinuierlich ansteigenden Insulinbedarf  gut abzudecken. Aus diesem Grund entschied ich mich im 5. Schwangerschaftsmonat dazu eine Accu-Chek Combo zu tragen. Auf einmal war alles sehr viel einfacher!

Mit Hilfe der Insulinpumpe konnte ich meinen Grundbedarf an Insulin ganz einfach auf Knopfdruck anpassen. Auch mein Mahlzeiteninsulin konnte ich durch den Bolusrechner viel einfacher berechnen und ganz einfach anpassen. Die letzten 4 Monate meiner Schwangerschaft gestalteten sich dank meiner Insulinpumpe und der engmaschigen Überwachung sehr unkompliziert und am 20. Mai 2014 brachte ich einen gesunden, 3 kg schweren Jungen zur Welt! Diesen Monat wird mein Sohn Constantin 2 Jahre alt und ich bin jeden Tag dankbar dafür, dass die heutige Technologie Diabetikerinnen wie mir die Möglichkeit gibt auch nach vielen Jahren mit Diabetes einen Kinderwunsch zu erfüllen.  Meine Combo habe ich auch nach der Schwangerschaft weiter getragen – denn der Alltag mit Kind und Diabetes erfordert viel Flexibilität, die ich durch meine Insulinpumpe auch weiterhin habe.

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